Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell (SBM-3)

               

Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen

 

 

Einordnung

Zeithorizont

Wertschöpfungskette

Auswirkung, Chance, Risiko

kurzfristig

mittelfristig

langfristig

vorgelagert

eigene Aktivitäten

nachgelagert

Chance

Unternehmenskultur und -werte sind ein wesentliches nachhaltigkeitsbezogenes Thema als Chance für die eigene Geschäftstätigkeit der NORMA Group, das in direktem Zusammenhang mit der Unternehmensstrategie, Entscheidungsfindung und dem Geschäftsmodell steht. Die NORMA Group ist der Überzeugung, dass eine verantwortungsvolle Unternehmensführung und gelebte Unternehmenswerte Vertrauen bei Stakeholdern schaffen, die Mitarbeiterbindung fördert, die Reputation stärkt und dadurch eine Chance für nachhaltiges Wachstum und langfristigen Unternehmenserfolg bietet. Die konzernweiten geltenden Unternehmenswerte der NORMA Group sind:

  • Team spirit – We empower people
  • Open mindset – We share ideas and information
  • Strong ties – We develop partnerships
  • Change readiness – We drive change

Die Unternehmenswerte der NORMA Group bilden den Kompass für Entscheidungen und finden Berücksichtigung in der Zusammenarbeit sowie in dem Umgang mit Geschäftspartnern. Sie stehen für die angestrebten Verhaltensweisen innerhalb der Unternehmenskultur. Die NORMA Group ist der Überzeugung, dass Teamgeist Menschen befähigt und dass eine offene Haltung den Austausch von Ideen und Informationen fördert. Gleichzeitig ist das Unternehmen der Ansicht, dass starke Verbindungen vertrauensvolle Partnerschaften schaffen und Veränderungsbereitschaft den Wandel vorantreibt. Diese Werte gelten für alle Mitarbeitenden und sind die Grundlage des Handelns der NORMA Group.

Durch die Etablierung dieser Vision hat die NORMA Group das Ziel, dass die Unternehmensführung die strategische Ausrichtung auf ein nachhaltiges und resilientes Geschäftsmodell stärkt, wodurch langfristiger wirtschaftlicher Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung vereint werden soll.

Verpflichtungen in Bezug auf Unternehmenskultur und -werte (G1-1)

Die Unternehmenskultur der NORMA Group basiert auf der Unternehmensvision und -mission und wird durch die Unternehmenswerte (Core Values) näher definiert. Durch die Einbindung der Unternehmenswerte in Schulungen für Mitarbeitende und Vorgesetzte – sowie deren Einbettung in die Personalprozesse – bilden sie die Leitgedanken für die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur.

Die Vision der NORMA Group basiert auf engagierter Zusammenarbeit und exzellenten globalen Leistungen, die nachhaltige Lösungen schaffen. Das Unternehmen arbeitet stetig daran, dass Teamarbeit gefördert, Vielfalt geschätzt und transparente Kommunikation gestärkt wird, um vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Im Fokus stehen Effizienz, kontinuierliche Verbesserung, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, unterstützt durch Digitalisierung und Automatisierung bei Einhaltung globaler Qualitätsstandards.

Die Mission der NORMA Group ist es, als verlässlicher Partner die Kundenerwartungen mit effizienten Lösungen zu übertreffen und langfristige Beziehungen aufzubauen. Nachhaltiges Wachstum soll im Rahmen des regulatorisch Zulässigen durch Innovation und höchste Qualitätsstandards vorangetrieben werden, um den Kunden dabei zu helfen, ihre Herausforderungen zu bewältigen.

Zentrale Richtlinien und Systeme

Dieses Werteverständnis der NORMA Group bildet die Grundlage für geschäftspolitische Entscheidungen und Maßnahmen. Insbesondere durch die globale Ausrichtung des Unternehmens sind die weltweite Implementierung und Einhaltung von Verhaltensregeln von wesentlicher Bedeutung. Durch Compliance-Rahmenwerke werden Regeln klar und transparent festgelegt. Die zentralen Richtlinien der NORMA Group umfassen:

  • den Verhaltenskodex (Code of Conduct)
  • die Whistleblowing-Richtlinie
  • die Antikorruptions-Richtlinie sowie
  • den Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct).

Die Richtlinien stehen im Zusammenhang mit den als wesentlich identifizierten Auswirkungen, Risiken und Chancen. Diese Richtlinien werden regelmäßig überprüft und aktualisiert, um den relevanten Anforderungen gerecht zu werden.

Verhaltenskodex (Code of Conduct)

Der Verhaltenskodex (auch Code of Conduct genannt) der NORMA Group ist ein Dokument, das die ethischen und rechtlichen Standards zusammenfasst, die von den Mitarbeitenden und Führungskräften im Umgang miteinander wie auch mit Dritten erwartet werden. Er stellt einen Leitfaden für das Verhalten und die Entscheidungsfindung im beruflichen Umfeld dar und fördert ein positives, respektvolles und gesetzestreues Arbeitsumfeld. Die NORMA Group erwartet von ihren Mitarbeitenden, dass ihr Verhalten jederzeit mit den Unternehmenswerten und dem Bekenntnis zu ethischem Handeln übereinstimmt. Darüber hinaus wird von ihnen erwartet, die Geschäfte der NORMA Group jederzeit in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen, regionalen, lokalen und ausländischen Gesetzen sowie den internen Richtlinien der NORMA Group zu führen. Der Verhaltenskodex behandelt unter anderem Themen wie persönliche Integrität, Unternehmensintegrität, Menschenrechte sowie den Umgang mit den Vermögenswerten der NORMA Group. Bei Verdacht auf Verstöße gegen den Verhaltenskodex können sich die Mitarbeitenden der NORMA Group an Vorgesetzte oder die Compliance-Organisation wenden. Zusätzlich stellt die Compliance-Organisation auch Meldekanäle zur Verfügung, die eine anonyme Hinweisabgabe ermöglichen.

Hinweisgebersystem (Whistleblower-System)

Die NORMA Group ermutigt ihre Beschäftigten, Verstöße gegen Vorschriften und interne Richtlinien anzuzeigen – gegebenenfalls auch über Hierarchieebenen hinweg. Den Mitarbeitenden stehen dafür unterschiedliche Meldekanäle, unter anderem ein elektronisches Hinweisgebersystem („Whistleblower-System“), zur Verfügung. Mit diesem Whistleblower-System können unternehmensinterne und unternehmensexterne Hinweisgeber der Compliance-Organisation der NORMA Group Verdachtsfälle melden und dabei auf Wunsch ihre Anonymität wahren. Ergänzend bietet die NORMA Group andere geeignete Meldekanäle an, wie etwa die persönliche Meldung an NORMA Group Compliance. Neben dem zentralen internen, elektronischen oder persönlichen Hinweisgeberkanal bietet die NORMA Group an allen Standorten, an denen lokale Gesetze dies vorgeben, ergänzende bzw. alternative Meldekanäle an. Darüber hinaus kann jedes Mitglied der Compliance-Organisation der NORMA Group zu allen Fragen und Themen in Bezug auf Compliance kontaktiert werden.

Sowohl die Eignung als auch die Angemessenheit des Meldesystems werden durch NORMA Group Compliance anlassbezogen überprüft – etwa bezüglich der Erfordernisse der „Richtlinie (EU) 2019/1937 des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 23. Oktober 2019 zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden“ (sog. „Hinweisgeberschutzrichtlinie“) sowie der entsprechenden Umsetzungsgesetze der Mitgliedsländer. Bei Bedarf wird das System angepasst. Mit Blick auf die teilweise in Widerspruch zur EU-Richtlinie stehende Umsetzung in Landesgesetze durch einzelne EU-Mitgliedsländer, in denen auch die NORMA Group Meldekanäle betreibt, verfolgt die NORMA Group die weiteren Entwicklungen aufmerksam. Bei Bedarf werden erforderliche Anpassungen vorgenommen.

Die Compliance-Organisation geht Hinweisen auf Compliance-Verstöße nach. Die Verfahren und Schutzmaßnahmen für Hinweisgeber sind in der Richtlinie „Whistleblower Protection“ detailliert beschrieben. Sie ist sowohl im Intranet als auch auf der Website der NORMA Group WWW.NORMAGROUP.COM11a) öffentlich zugänglich und richtet sich an interne wie auch externe potenzielle Hinweisgeber.

Mit der Whistleblowing-Richtlinie verpflichtet sich die NORMA Group, Hinweisgeber, die in gutem Glauben handeln, vor Benachteiligung, Entlassung, Degradierung und anderen Formen von Vergeltungsmaßnahmen zu schützen; in diesem Zusammenhang soll sichergestellt werden, dass Whistleblower weder arbeits-, disziplinar-, straf- noch zivilrechtlichen Sanktionen ausgesetzt sind und dass sie vor Nachteilen aufgrund ihrer Meldung geschützt werden. Gemäß der Richtlinie wird jegliche Form der Benachteiligung von Whistleblowern nicht toleriert, und die NORMA Group ergreift erforderliche Maßnahmen, um die Sicherheit und den Schutz von Whistleblowern zu gewährleisten. Diskriminierendes Verhalten gegenüber Whistleblowern ist strikt untersagt und wird durch disziplinarische Maßnahmen verfolgt.

Die Eignung und Angemessenheit des Meldesystems werden anlassbezogen überprüft, insbesondere im Hinblick auf die Erfordernisse der Hinweisgeberschutzrichtlinie sowie die entsprechenden Umsetzungsgesetze der Mitgliedsländer. Bei Bedarf werden notwendige Anpassungen vorgenommen, um sicherzustellen, dass die Rechtskonformität und der Schutz der Whistleblower stets erfüllt werden.

Verhaltenskodex für Lieferanten (Supplier Code of Conduct)

Die NORMA Group ist bestrebt, ihre Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette wahrzunehmen, und erwartet daher von ihren Lieferanten, dass sie in Übereinstimmung mit dem Supplier Code of Conduct handeln. Dies bedeutet, dass Lieferanten ihre Geschäfte unter strikter Einhaltung der Gesetze und ethischer Grundsätze führen müssen. Darüber hinaus sollen sie die Menschenrechte wahren und die geltenden Standards in den Bereichen Arbeitssicherheit sowie Umweltschutz einhalten. Weitere Einzelheiten befinden sich im Kapitel ARBEITSKRÄFTE IN DER VORGELAGERTEN WERTSCHÖPFUNGSKETTE (S2).

Der Vorstand der NORMA Group trägt die Verantwortung für ein effektives Compliance-Management-System. Die gruppenweiten Compliance-Aktivitäten werden vom Director Integrity der NORMA Group koordiniert. Dieser berichtet an den Executive Vice President Group Legal and Compliance & Integrity und im Bedarfsfall direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Neben der zentralen Compliance-Abteilung auf Gruppenebene existieren auch auf regionaler Ebene in den Regionen EMEA, Amerika und Asien-Pazifik sowie in allen operativ tätigen Einzelgesellschaften Regional/Local Compliance Delegates. Die Local Compliance Delegates berichten an die jeweils zuständigen Regional Compliance Delegates, die wiederum an die zentrale Compliance-Abteilung der NORMA Group berichten.

Jedes Mitglied der Compliance-Organisation der NORMA Group steht für Fragen und Anliegen rund um das Thema Compliance zur Verfügung. Der Bereich Compliance arbeitet eng mit der unternehmenseigenen Rechtsabteilung zusammen, um neue oder geänderte rechtliche Anforderungen kontinuierlich in die Compliance-Risiko-Analysen und das Compliance-Programm zu integrieren. Darüber hinaus erfolgt die Abstimmung mit Internal Audit, um aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen. Mit dem „Compliance Committee“ besteht ein bereichsübergreifendes Gremium, in dem aktuelle Compliance-Sachverhalte besprochen und erforderliche Maßnahmen abgestimmt werden. Ständige Mitglieder des Compliance Committees sind Vertreter von Compliance, Legal sowie Internal Audit & Risk Management. Das Compliance Committee tagt in der Regel mindestens quartalsweise sowie im Bedarfsfall auch ad hoc. Mit dem „Human Rights Committee“ wurde zudem ein Format etabliert, in dem gezielt potenzielle Verstöße gegen Menschenrechte besprochen werden. Neben den Mitgliedern des Compliance Committees zählen Vertreter von Human Resources sowie Corporate Responsibility zu den ständigen Mitgliedern des Human Rights Committees. Das Human Rights Committee tagt in der Regel halbjährlich sowie bei Bedarf ad hoc.

Die Wirksamkeit der vom Vorstand eingerichteten Compliance-Organisation wird vom Aufsichtsrat der NORMA Group überwacht, der bei Bedarf zu compliancerelevanten Sachverhalten informiert wird.

Maßnahmen in Bezug auf wesentliche Auswirkungen, Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Unternehmenskultur und -werten

Um die Wirksamkeit des Compliance-Management-Systems der NORMA Group zu gewährleisten, müssen alle Beschäftigten mit den relevanten gesetzlichen Anforderungen sowie den internen Compliance-Richtlinien vertraut sein. Ziel ist es, dass alle Beschäftigten der NORMA Group die anwendbaren Compliance-Regeln sowie die Ansprechpersonen und Meldewege kennen. Die Grundlage dafür bilden die Compliance-Schulungen der NORMA Group, die hauptsächlich in Form von Online-Trainings und anlassbezogen auch als Präsenztrainings durchgeführt werden. Die zu absolvierenden Trainings werden den Beschäftigten je nach Tätigkeits- und Verantwortungsprofil zugewiesen. In diesen Schulungen erhalten die Beschäftigten konkrete Hilfestellungen dazu, welches Verhalten den Compliance-Richtlinien entspricht. Anschließend haben sie die Möglichkeit, ihr Wissen anhand praktischer Fragestellungen und Fallbeispiele anzuwenden und zu testen. Zu den grundlegenden Schulungen, die als Basistrainings von allen Beschäftigten der NORMA Group mit PC-Arbeitsplatz absolviert werden müssen, zählen die Online-Trainings „Code of Conduct & Compliance Basics“ sowie „Anti-Korruption“. Je nach Tätigkeitsbereich sind auch spezifische Fokustrainings, wie „Kartell- und Wettbewerbsrecht“, erforderlich. Durch „Refresher Trainings“ wird das Wissen der Beschäftigten kontinuierlich aktualisiert und vertieft. So ist das Training „Speak Up!“ mit wichtigen Informationen rund um das Thema „Whistleblowing“ seit dem Roll-out fester Bestandteil des unternehmensweiten Trainingsportfolios. Für nicht kaufmännische Beschäftigte, insbesondere im Fertigungsbereich, die in der Regel über keinen PC-Arbeitsplatz verfügen, werden zum Beispiel adressatengerechte „Compliance Safety Cards“ oder Poster bereitgestellt, die in diversen Sprachen verfügbar sind und die wichtigsten Compliance-Themen anschaulich vermitteln. Der Schulungsbedarf wird bei Bedarf überprüft, während ein internes Reporting-System den Fortschritt und Status der Compliance-Trainings dokumentiert. Die Kommunikation compliancerelevanter Themen erfolgt zusätzlich über verschiedene Kommunikationskanäle, wie Poster, Broschüren, „Compliance Safety Cards“ mit kompakter Zusammenfassung wesentlicher Compliance-Themen, E-Mails und Intranet-Artikel.

Ziele im Zusammenhang mit Unternehmenskultur und -werten

Die NORMA Group hat das Ziel, durch eine klar definierte Mission, Vision und gelebte Unternehmenswerte die Bindung der Mitarbeitenden zu stärken und die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhöhen. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, dass diese kulturellen Elemente die Identifikation fördern, Orientierung schaffen und dazu beitragen, Talente langfristig zu halten und neue zu gewinnen.

Legende

Diese Inhalte sind Teil des nichtfinanziellen Konzernberichts und unterlagen einer gesonderten Prüfung mit begrenzter Sicherheit („limited assurance“).